Samoa: Südseetraum – bis 1914 eine deutsche Kolonie

Geschichte und allgemeine Informationen

Samoa war von 1900 bis 1914 bzw. 1918 mit Beginn des 1. Weltkrieges eine deutsche Kolonie. Anschließend übernahm Neuseeland die Besetzung bzw. Verwaltung, bis Samoa 1962 wieder unabhängig wurde. Neben (West)Samoa gibt es noch das amerikanische Samoa, welches ein paar Kilometer weiter östlich liegt.

Die Hauptstadt Samoa’s ist auf Upolu gelegen. Die zweite größere Insel neben Upolu ist Savai’i. Insgesamt leben auf dem Inselstaat etwa 190 000 Einwohner.

Gelegen in der Südsee, geografisch einzuordnen „Mitten im Nirgendwo“ zwischen Neuseeland, Australien und Hawaii, ist Samoa kein typisches Touristenland. Auch dieser Punkt macht eine Reise in das unterentwickelte Land so interessant. Da es nicht im Massentourismus orientiert ist, kannst Du als Besucher das normale Leben der Menschen kennenlernen und einen authentischen Einblick in die Kultur bekommen.

Die beste Reisezeit richtet sich nach den klimatischen Bedingungen. Die Trockenzeit liegt zwischen Mai und Oktober mit einer angenehmen mittleren Temperatur von 26°C. Die geringsten Niederschläge liegen dabei zwischen Juli bis August. Wenn es zu Regen kommt, dann meistens nicht länger als ein paar Minuten, aber dafür ist der Niederschlag dann auch zehn mal so hoch wie wir es in Europa gewohnt sind.

Talofa lava heißt „Hallo / Herzlich Willkommen“ und Fa’a Samoa steht für die Leichtigkeit und die alten Lebensweisheiten Samoas.

Die beiden Hauptinseln sind so klein, dass man jede von ihnen in einem Tag mit dem Auto umfahren kann – trotzdem ist es empfehlenswert mindestens 10 – 14 Tage auf den Inseln zu verbringen, um in die Kultur ein wenig eintauchen zu können. Was besonders auffällt ist die Grüne. Das Land ist stark bewachsen mit Pflanzen und die Vielfalt an Grüntönen ist sagenhaft, welche Du so in Europa nirgends findest. Neben den Regenwäldern auf Savai’i findet man natürlich auch paradiesische Strände an der Küste von Upolu.

Neben Regenwäldern und Stränden gibt es auf Samoa unzählige Kaskadenwasserfälle – Du solltest dich nicht wundern dafür ein paar Tala abdrücken zu dürfen. Tala ist übrigens die offizielle Währung, wobei 3 Tala ungefähr einem Euro entsprechen. Es ist schon irgendwie komisch für Wasserfälle etc. zu bezahlen – andererseits ist das Leben bzw. der Urlaub auf Samoa verhältnismäßig günstig, sodass es am Ende okay ist.

Leben(smittel)

Der Lebensstandard im Vergleich zu Europa ist auf Samoa sehr gering. Die meisten Menschen die außerhalb Apia leben sind Selbstversorger lebend in Großfamilien. Geld brauchen sie höchstens für die Kollekte im Gottesdienst oder für kleinere Einkäufe im Dorfladen. Das Leben wirkt einerseits sehr idyllisch aufgrund der Landschaft und der Einfachheit, anderseits ist es so einfach, dass es kaum vorstellbar für uns Europäer ist, so zu leben. Allgemein sind die Einwohner sehr gläubig, insbesondere Sonntags sind die Inseln wie leergefegt.

Lebensmittel gibt es in mehreren Supermärkten in Apia und kleineren Dorfläden auf der Insel. Haupteinkaufsort sind aber die Märkte: Fugalei Markt und Flea Maketi in Apia.

Da Apia die einzige Stadt auf Samoa ist, spielt sich das Nachtleben, auch wenn es nur ein wenig gibt, in Apia ab. Ich persönlich kann den Club X Samoa empfehlen. Auf jeden Fall an den Reispass denken, sonst kommt man nicht rein.

Verkehrsmittel

Mietwagen, Bus und Taxi heißen die Optionen. Die erste Option ist die flexibelste, wenn auch mit die teuerste Option neben dem Taxi. Für 1-2 Tage definitiv empfehlenswert, auch als Backpacker. Wenn Du dir mit mehreren ein Auto teilst ist es auch erschwinglich. Samoa hat Linksverkehr, wenn Du aus Neuseeland kommst brauchst Du Dich auch nicht mehr umgewöhnen. Die Geschwindigkeitsbegrenzung liegt überall bei 55 km/h überall, in der Hauptstadt bei 40 km/h.

Die Straßenzustände sind teilweise sehr verschieden. Urplötzlich treten stellenweise sehr tiefe (>20 cm) Schlaglöcher auf und mit Tieren (und Menschen) auf der Fahrbahn ist sowieso zu rechnen, sodass ein deutlich schnelleres Fahren sowieso nicht möglich wäre.

Die lokalen Bussen sind ein Abenteuer für sich. ABER: Probiere es mindestens einmal aus! Sie sind nicht nur unglaublich günstig (<2€ um die halbe Insel), sondern es macht echt Spaß damit zu fahren. Es läuft laute Musik und es scheinen alle fröhlich zu sein. Trotzdem, wenn es geht, nimm den Bus mit jemand anderem zusammen, wenn du als Alleinreisende Frau unterwegs bist. Das Land ist insgesamt sicher, jedoch wirst du als weiße, blonde Frau und selbst als Mann von der Seite angeguckt und das kann schon echt bedrückend und beängstigend sein!

Unterkunft

Falé – die Samoanische Hütte, direkt am Strand und mit dem Meeresrauschen aufwachen – die günstigste Unterkunft auf Deiner Samoa Reise.

Die Strandhütte ist ein sehr einfaches Bauwerk, das nicht nur auf Samoa, sondern im gesamten Polynesischen Gebiet verbreitet ist. Gebaut ist die falé auf mehreren Pfosten, teilweise über dem Wasser. Klassischerweise haben die falés keine Wände und nur ein einfaches Dach. Für die hier abgebildete falé habe ich pro Nacht 90 Tala bezahlt inkl. Frühstück und Abendessen, umgerechnet also knapp 30 Euro. Manche Anbieter haben auch Ensuite falés, die dann entsprechend teuerer sind. Insgesamt für absolute Beachfront ein Preis, der in Ordnung ist.

Rückblick

Insgesamt waren meine 2 Wochen Aufenthalt auf Samoa eine Reise, welche ich mir so niemals hätte träumen lassen. Hier ist mir erstmals wirklich deutlich geworden, dass gewisse Dinge wie Bildung, Supermärkte, Hygiene, richtige Betten, usw. keine Selbstverständlichkeit sind. Dass, nur weil ich in einem Industrieland geboren bin, andere (bessere?) Möglichkeiten direkt mit der Geburt zugesprochen bekommen habe. Ich bin dankbar, diese Einblicke in die Samoanische Kultur bekommen zu haben. Und gleichzeitig bin ich froh, low-budget gelebt und gereist zu sein, denn in einer fale hätte ich sonst sicherlich nie übernachtet. King Executive Room und All-Inclusive in einem. Danke.

Ich hoffe, ich konnte dir Samoa ein wenig näher bringen.

 

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