Where next? Reisen macht (un)glücklich und süchtig

Als ich nach meinem Abitur aufgebrochen bin, und mir bewusst eine Auszeit genommen habe, war mir nicht klar, was das für mich bedeutet und wie ich mich verändern würde.

Wirklich merken tut man das natürlich erst nach der Zeit im Ausland, denn die Veränderung geschieht nicht von heute auf morgen.

Verlasse deine Komfortzone

Der Schritt aus der Komfortzone, eine gewohnte Umgebung zu verlassen, tut gut und Du entwickelst Dich weiter und Du lernst ständig dazu.

Zwei wichtige Fragen sollest Du dir aber vor deinem Abenteuer beantworten:

  1. Was ist mein Ziel?
  2. Wie bekomme ich das Ganze finanziert?

Seien es verbesserte Fremdsprachenkenntnisse, andere Kulturen die Du kennenlernen möchtest oder einfach nur Zeit, die Du dir selbst geben willst, um frei Nachdenken zu können über Ausbildung, Studium, Job, dein Leben.

Zur Finanzierung gibt es demnächst noch einmal einen separaten Artikel. Hier nur soviel: Wenn du willst, schaffst du es auch!

Verschwendete Zeit sind längere Reisen niemals, wenn man sich zumindest ein wenig mit den Gründen und Zielen beschäftigt.

Das Spannende und Schöne ist, Du verlässt deine gewohnte Umgebung und damit auch alle Einflüsse, die auf dich wirken. Mit diesem gewonnen Abstand kannst Du in dich kehren und (hoffentlich) begreifen was Du wirklich in deinem Leben willst, ein Teil deiner Selbstfindung. Dabei willst du einfach etwas über dich selbst erfahren.

Außenstehende belächeln diese Selbstfindungsphase häufig. Lächle einfach zurück. Wenn derjenige diese Erfahrungen selber nicht gemacht hat, wird er auch deinen Weg nicht verstehen können. Es ist kein “Urlaub”, sofern Du die Zeit sinnvoll nutzt.

 

Macht Reisen wirklich glücklich?

Ja und nein. Einerseits, ja Du freust dich in ein Flugzeug steigen zu dürfen, um an einem unbekannten Ort in dieser Welt wieder aussteigen zu können. Dann bist du da. Fliegst zurück. Und möchtest eigentlich auch wieder direkt weg.

Dieses “da sein” heißt aber nicht immer direkt “Glücklich sein”. Schon nach wenigen Wochen ständigen Reisens, ständigem Ortswechsel und dabei immer neue Gesichter zu sehen, ja, das ermüdet! Und ganz schnell bist Du unglücklich. Du weißt nichts mit dir anzufangen, fühlst dich irgendwie leer, wünschst dir Gesellschaft. Einen Vertrauten, mit dem du deine Erlebnisse teilen kannst. Es gibt vereinzelt die Augenblicke, die deine Augen wieder aufleuchten lassen, aber die Begeisterung ist am Ende genauso schnell wieder weg wie sie da war. Ja, diese Landschaft ist unglaublich. Ja, dieser Strand ist traumhaft an dem ich gerade sitze. Und?

Du fragst Dich: Was mache ich hier eigentlich? Oft habe ich mich in diesen Gedanken verstrickt, sodass ich den eigentlichen Augenblick nicht mehr richtig genießen konnte.

Das Zurückkommen ist wesentlich Härter als man denkt. Dieses Ankommen dauert. Lange.

Zum Glück hatte ich nach meiner Rückkehr viel zu tun, rund um die Organisation meines Studiums, sonst wäre das Tief, in das ich gefallen wäre, noch deutlich schlimmer gewesen.

Ich musste feststellen, dass sich meine Lebens- und Werteinstellungen enorm geändert hatten. Die meiner alten neuen Umgebung aber nicht. Ich fühlte mich an einem falschen Ort. Und unglücklich. Die Erkenntnis, alles ist so wie es vorher war – komisch und beängstigend.

Dennoch, Reisen erweitert deinen Horizont und bereichert dich durch alle Erfahrungen die du auf deiner Reise machst.

Was meinst du?

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